Die Familie & das Ich

Willkommen auf meinem Blog. Ich lade dich ein, Elternschaft nicht nur als Aufgabe, sondern als gemeinsamen Weg zu verstehen, auf dem Selbstfürsorge, Liebe und Zusammenhalt uns begleiten.

 

Dieser Blog stellt nur meine persönliche Meinung und Ansichten dar.

Was ist leise & LAUT

Willkommen zu meinem ersten Blogbeitrag und gleich zu einem solch wichtigen Thema.

Ich nehme euch hier mit zu den Hintergründen meines Coaching-Angebots und warum ich mich dazu entschieden habe, Beratung für Eltern anzubieten.

 

Also, warum leise & LAUT?

Ich weiß aus eigener Erfahrung, was es bedeutet alles hintenanzustellen, jeden Wunsch der Familie und dem System unterzuordnen. Bis sich eine Unzufriedenheit einstellt und so lange summiert, bis sie möglicherweise irgendwann mit einem Knall hervorbricht.

Wie oft vergessen wir Eltern uns selbst wahrzunehmen? Was treibt uns an? Was entspannt uns? Was gibt uns Kraft und Energie?

 

Ich habe für mich entschieden, dass ich mich nicht mehr für einen Weg verbiege, der nicht meiner ist. Ich wollte raus aus dieser Vorstellung, nach außen die perfekte Mutter zu präsentieren und innerlich mit meinen eigenen negativen Glaubenssätzen zu kämpfen, während ich parallel versuche, meinen Kindern genau diese Glaubenssätze zu ersparen.

 

Klingt kompliziert? Oh ja, das war es auch.

Die Perfektion war aus meinem Glaubenssatz heraus geboren, dass Fehler nicht erlaubt sind. „Ich darf keine Fehler machen.“

Und während ich damit beschäftigt war, habe ich unbewusst so viele Fehler gemacht, ständig im Kampf mit und gegen mich selbst.

 

War das bereits die Geburtsstunde von leise & LAUT? Vielleicht… 

Vielleicht habe ich damals schon unbewusst gefühlt, dass da mehr für mich ist. Dass Durchhalten bis die Kinder älter und unabhängiger sind nicht die passende Vorgehensweise war. 

Also habe ich begonnen, mich intensiv mit mir selbst auseinander zu setzen.

  • Was macht mich aus?
  • Was kann ich gut?
  • Und was nicht so sehr?
  • Was wünsche ich mir eigentlich von meinem Leben?
  • Und wie möchte ich diese Wünsche Realität werden lassen?

Ihr seht, da waren ein Haufen Fragen in meinem Kopf.

 

Und dann habe ich mich mal genauer umgehört. Was erzählen eigentlich die anderen Eltern? Sind alle zufrieden mit ihrem Leben? Wie gehen sie mit dem Stress und dem Mental Load um? Oder sind sie vielleicht auch auf der Suche? Fühlen sie sich auch zerrissen zwischen Familie und Job, Care-Arbeit, Forderungen und Bedürfniserfüllung?

 

Wir reiben uns tagtäglich auf, immer darauf bedacht, alles für unsere Familie zu tun und nebenbei noch in unserem Job zu funktionieren.

Doch wie lange können wir noch in diesem Hamsterrad rennen, bis die Birne durchbrennt?

 

In der Gesellschaft hält sich weiterhin hartnäckig die Annahme, Eltern brauchen keine Wünsche, keine Zeit. Schließlich ist doch die Erfüllung, die wir durch unsere Kinder erfahren mehr als genug. Oder etwa nicht? 

Sollten wir Eltern es wagen, eigenen Wünsche zu haben und – noch schlimmer – diesen auch nachzugehen?

Doch genau dieses Bild treibt viele Eltern an den Rand des Burn-Outs. Sie trauen sich doch gar nicht erst, offen ihre Träume auszusprechen, zumindest nicht dann, wenn diese nicht direkt mit der Familie in Verbindung stehen.

 

Glaubt ihr nicht?

Dann erzähle ich euch eine Geschichte:

Eine Mama wollte sich gerne beruflich noch mal verändern. Sie suchte sich ein Gebiet, dass ihr Interesse geweckt hat, informierte sich über die Möglichkeiten, Kosten und den Zeitaufwand. 

Und meldete sich dann für eine Ausbildung an. Nicht neben oder trotz Familie, sondern mit ihr gemeinsam.

 

Wisst ihr, was diese Mama alles gehört hat?

„Warum tust du das? Du hast doch wirklich genug zu tun.“

„Und was sagt dein Mann dazu?“

„Reichen dir deine Familie und dein Job nicht?“

„So viel Aufwand. Was willst du denn im Anschluss damit anfangen?“

„Hast du denn überhaupt noch Zeit für deine Kinder?“

Und das sind nur einige wenige Beispiele.

 

Ihr fragt euch, woher ich das alles weiß?

Diese Mama war ich! 

Ich hatte mich entschlossen, aus meinem Traum ein Ziel zu machen, etwas das ich verfolgen kann, dass mir einen Sinn gegeben hat.

 

Unsere Gesellschaft erwartet, dass Kinder das größte Geschenk sind.

Und ja, für mich persönlich, sind meine Kinder das Wertvollste. Aber ich bin nicht nur Mama. Ich bin ein Mensch mit eigenen Wünschen und Bedürfnissen und mit den Ressourcen, diesen Wünschen nachzugehen.

Ich muss nicht zu hundert Prozent Mama sein und ich muss nicht zu hundert Prozent perfekt sein. Manchmal reicht auch weniger. Wie viel, das darf jede*r von uns selbst für sich entscheiden.

 

Also, was meint ihr welche Vorbilder wir für unsere Kinder sein sollten?

Wollen wir ihnen etwa zeigen, dass Wünsche nur funktionieren, solange man klein ist und vielleicht noch an den Weihnachtsmann glaubt?

Oder wollen wir ihnen nicht viel lieber beweisen, dass Fürsorge und Wünsche unabhängig vom Alter wichtig und nötig sind? Dass sich vielleicht Verantwortungen ändern, wir aber unseren eigenen Zauber in unserem Inneren weitertragen?

Und dass wir alle in erster Linie für uns selbst verantwortlich sind? 
Ich persönlich finde den Gedanken schön, meinen Kindern beizubringen, dass sie für das Wohlbefinden ihrer Seele genauso verantwortlich sind, wie für ihren Körper.

 

Philosophie und Hintergründe

Selfcare - Quatsch oder notwendig?

Was bedeutet eigentlich Selbstfürsorge für Eltern? Und warum ist es in der heutigen Zeit so immens wichtig, diese nicht zu ignorieren?

 

 

Vorab: Dieser Beitrag entspricht nur meiner persönlichen Meinung und ist keine wissenschaftliche Abhandlung. Eventuelle Studienergebnisse sind entsprechend mit Quellen gekennzeichnet. Einige Gegebenheiten und Begriffe platziere ich absichtlich provokativ, um aufzurütteln.

 

 

Montagmorgen, 5:30 Uhr, ich stehe vor dem Spiegel, Zahnbürste im Mund und begutachte nebenbei die neueste Falte auf meiner Stirn. 

Ich bin 41 Jahre alt, da sollten Falten nicht mein größtes Problem darstellen. Diese dort tut es aber. Sie war nämlich gestern noch nicht da. Ganz sicher nicht!

 

6:30 Uhr – Die Falten sind unter dem teuren Hyaluron-Serum und Schminke verborgen. Mittlerweile bin ich in der Küche angekommen und hantiere mit den Brotdosen. Drei Stück sind es heute. Der Große mag das Mittagessen der Mensa häufig nicht, also gibt es eine Extradose. Erst vor ein paar Wochen hat er mich gebeten, nicht immer nur ein belegtes Brötchen und Obst drin zu haben. Seine Freunde hätten auch immer was „Richtiges“ dabei. Tja, nun ist mein Kind leider etwas kompliziert beim Essen. Also einfach am Vortag etwas mehr kochen, ist nicht möglich. 

Also haben wir uns zusammen hingesetzt und überlegt, was er sich wünschen würde und dann probegekocht. Mit Erfolg sogar. Und das freut mich ehrlich sehr.

Also nun, drei Dosen heute, davon eine mit Nudeln und Tomatenpesto statt Brötchen. Die Kleine geht noch in den Kindergarten, also noch ein Jahr. Und dann auch Schule. Für den Großen sogar die Weiterführende. Wie das wohl wird?

 

Es ist 7 Uhr, mein Mann weckt die Kinder, begleitet sie ins Bad. Die Klamotten für den Großen lege ich raus (ja, könnte er selber! Ist so aber für alle entspannter.)

 

7:30 Uhr – beide Kinder haben gefrühstückt, der Große ist auf dem Weg in die Schule, die Kleine spielt noch ein wenig vor dem Kindergarten. Ich nehme meinen Kaffee und atme kurz durch, bevor mein Arbeitstag beginnt. Mein Mann checkt schon die ersten Mails am Laptop. Heute hat er Bringdienst, muss aber erst in fünfzehn Minuten los.

 

Seit zwei Stunden bin ich wach und wenn ich ganz ehrlich bin, auch schon wieder müde. 

Und ich kann mir die Fragen in euren Köpfen geradezu bildhaft vorstellen.

  • Warum macht immer sie die Brotdosen?
  • Warum legt sie die Klamotten raus?
  • Warum holt sie die Kinder jeden Tag ab?
  • Warum organsiert sie jeden Tag die Auswahl für das Mittagessen?

Ich könnte die Liste noch ewig weiterführen. 2022 leisteten Frauen 44,3% mehr unbezahlte Arbeit im Vergleich zu Männern (Quelle: Destatis)

Herzlich Willkommen in den noch verbleibenden patriarchalen Strukturen. 

Doch darum soll es in diesem Beitrag gar nicht gehen. Da mache ich vielleicht noch mal später was dazu.

 

Diesmal geht es um Selbstfürsorge, und zwar für beiden Elternteile. 

Wir Mütter leisten den Großteil an Care-Arbeit, tragen die Hauptlast des Mental Loads und versuchen trotzdem noch irgendwie unseren Job (egal ob Voll- oder Teilzeit) mit einzubeziehen. Womit die 365 Tage auch mehr als voll wären.

 

Ich würde jetzt gerne sagen, dass es die Väter so viel leichter haben, aber wenn wir mal in die Tiefe schauen, glaube ich das nicht. Weniger Care-Arbeit? Ja! Weniger Mental Load in Bezug auf die Familie? Ja! 

Aber: dem Mann werden in der Gesellschaft die Verantwortung zur Sicherung und Versorgung der Familie zugeschoben. Völlig egal, wie es die jeweilige Familie intern handhabt. Er ist der Versorger, der Beschützer, der Held.

 

Ich denke daher, dass die psychische Belastung von Männern und Frauen zwar nicht gleich, aber zumindest ähnlich ist. Sie hat nur unterschiedliche Ursprünge.

 

Unsere Gesellschaft denkt in festen Mustern und Strukturen. Um dies endlich mal aufzulösen, ist es an uns, genau diese Strukturen immer und immer wieder aufzubrechen.

 

Aber zurück zur Selbstfürsorge.

Mama und Papa müssen performen, jederzeit, zu 100%, halt nur in unterschiedlichen Bereichen. Bis sie es irgendwann nicht mehr können.

 

Und das Problem nicht mehr die neue Falte auf der Stirn ist, sondern die Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Antriebslosigkeit, Gefühlsschwankungen, Müdigkeit, Auffälligkeiten bei den Essgewohnheiten.

Und damit herzlich Willkommen im Burnout!

 

„Tja, und was sollen wir da jetzt machen?“, werdet ihr fragen? 

„Selbstfürsorge!“, ist meine Antwort.

 

Eltern müssen lernen, dass die Priorität nicht mehr zu 100% auf anderen Dingen liegen darf. Es muss eine neue Priorisierung innerhalb der Familien stattfinden.

 

Die Generationen vor uns haben genauso viel gearbeitet, genauso viel (und teilweise mehr) geleistet. Sie standen genauso vor Herausforderungen und mussten sie bewältigen.

Doch die Welt drehte sich damals noch deutlich langsamer. Die Ansichten und Herangehensweisen waren andere.

Kinder haben funktioniert oder wurden gemaßregelt. Eltern haben damals größtenteils ihr Leben gelebt und die Kinder waren da, liefen aber meistens nebenbei.

 

Unsere Generation von Eltern hat sich entschieden, das komplette Erziehungskonzept der letzten hundert Jahre völlig über den Haufen zu werfen und den eigenen Kindern nicht mehr die Verletzungen zuzufügen, die auch wir noch erleiden mussten. Wir setzen die Bedürfnisse unserer Kinder ganz nach oben auf die Liste. Nur uns selbst, vergessen wir dabei komplett. Vor allem in den ersten Lebensjahren unserer Kinder. 

 

Wir sagen uns; „Wenn sie größer sind, habe ich mehr Zeit. Dann hole ich alles nach.“ Nein, tust du nicht. Weil du dann schon nicht mehr kannst. 

Also nimm dir deine Zeit JETZT! Such dir deine Momente, deinen Ausgleich. 

Wie der aussieht, liegt ganz individuell bei dir. 

 

 

Ich für meinen Teil, habe meinen Frieden mit Brotdosen, Wäschebergen und Klamotten zurechtlegen gemacht, weil ich andere Dinge gefunden habe, für die ich brenne.

 

Und das kannst du auch! Trau dich und geh los!

 

 

 

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